Forschungsvorhaben

Kulturelles Erbe und Zukunft verbinden

Nie zuvor war so viel Wissen für eine so große Zahl von Menschen frei verfügbar. Die Projekte im Akademienprogramm tragen seit mehr als 40 Jahren zu diesem kulturellen Schatz bei – auf dem Niveau internationaler Spitzenforschung. In Nordrhein-Westfalen werden Projekte gefördert, die auf verschiedenen Ebenen Tradition und Zukunft verbinden. Sie machen einst exklusive Ressourcen zugänglich für alle. Sie bringen geistes- und sozialwissenschaftliche Grundlagenforschung ins digitale Zeitalter. Unterstützt werden sie dabei von der Koordinierungsstelle für Digital Humanities der Akademie an der Universität Köln. Sie berät Forschende bei der Antragstellung und Umsetzung von digitalen Langzeitvorhaben in den Geisteswissenschaften.

Das Themenspektrum der nordrhein-westfälischen Projekte ist überaus vielfältig. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zeichnen die großen Linien nach, die vom Erbe naher und ferner Kulturen bis in die Gegenwart führen – und oft darüber hinaus. Sie kooperieren mit Forschenden rund um den Globus und bieten jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Chance, sich mit exzellenter Forschung einen Namen zu machen.

Die aktuelle Ausschreibung zum Akademienprogramm erfolgt im Herbst. Informationen zur aktuellen Ausschreibung finden Sie hier.

Informationsflyer Akademienprogramm

Das Akademienprogramm in NRW: Förderung für Langzeitforschungsvorhaben in den Geisteswissenschaften (PDF herunterladen)

Broschüre 40 Jahre Akademienprogramm (2.Auflage 2023)

Das Akademienprogramm konzentriert sich auf geistes- und sozialwissenschaftliche Grundlagenforschung. Anlässlich des 40. Geburtstags des Programms hat die Akademie in einer Sonderpublikation die aktuellen Forschungsvorhaben vorgestellt. (PDF herunterladen)

Laufende Projekte

  • Arthur Schnitzler digital: Evolution eines modernen Klassikers

    Der ganze Arthur Schnitzler in einer historisch-kritischen Edition – darauf wartet die Literaturwissenschaft seit Jahrzehnten. Das Akademieprojekt Arthur Schnitzler digital bereitet erstmals die Werke von 1905 bis 1931 systematisch auf, also die mittlere und späte Schaffensperiode des Autors.

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  • Averroes-Edition: Ein Mehr-Generationen-Projekt

    Ibn Rušd alias Averroes war ein früher Wegbereiter der europäischen Aufklärung. Im 12. Jahrhundert kommentierte er nahezu alle Schriften von Aristoteles – unter einer Leitfrage, die noch viele Denker der folgenden Jahrhunderte beschäftigen würde: Wie lassen sich Religion und Philosophie in Einklang bringen?

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  • Die Deutschen Inschriften

    Sie sind auf Grabkreuzen und -steinen angebracht, auf Kirchenglocken, Wänden und sakralen Gegenständen, in Stein gemeißelt oder in Metall graviert, gestickt oder in Leder geprägt: Inschriften aus der Zeit zwischen dem 7. Jahrhundert und 1650, auf Latein oder Deutsch verfasst, stellen ein bedeutendes Kulturerbe dar.

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  • Dialektatlas mittleres Westdeutschland: Der Klang des Westens

    Echte Dialektsprecher sind mittlerweile rar in Nordrhein-Westfalen – und nur wenige geben die Sprache ihrer Kindheit an die nächste Generation weiter. Im Projekt „Dialektatlas Mittleres Westdeutschland“ schaffen vier NRW-Universitäten bis 2033 ein virtuelles Museum der Mundart, das dieses kulturelle Erbe bewahrt.

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  • Die Formierung Europas

    Europa war im 12. Jahrhundert politisch tief gespalten. Papst Alexander III. und Kaiser Friedrich I. lagen im Clinch um die Macht. Ein gemeinsames Akademieprojekt an der Universität Würzburg und der RWTH Aachen will das sogenannte Alexandrinische Schisma durchleuchten: Wie verlief der Streit im Detail – und wie gelang es, ihn nach 18 Jahren diplomatisch beizulegen?

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  • Fränkische Herrschererlasse: Was der Kaiser schrieb – und was blieb

    Das mittelalterliche Frankenreich war groß, der Kaiser fern. Wie wurden zentrale Gesetze in den Regionen aufgenommen? Eine Digitaledition der Herrschererlasse liefert Stoff für die Forschung.

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  • Grundlagen, Normen und Kriterien der ethischen Urteilsbildung in den Biowissenschaften

    Was hat Vorrang – Naturschutz oder Industrieansiedlung? Wie umgehen mit Stammzellforschung, Sterbehilfe oder Tierversuchen? Das Projekt „Grundlagen, Normen und Kriterien der ethischen Urteilsbildung in den Biowissenschaften“ entwickelt die Basis für eine wissenschaftliche Urteilsbildung zu komplizierten ethischen Fragen.

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  • Heinrich Scholz und die Schule von Münster: Mit ihnen ist zu rechnen

    Heinrich Scholz und die „Schule von Münster“ leisteten Pionierarbeit auf dem Gebiet der mathematischen Logik. Doch in der Fachwelt wird die Schule bislang unterschätzt. Ein Akademieprojekt an der Universität Münster will das mit einer digitalen Edition des Scholz-Nachlasses ändern.

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  • Historiker der Spätantike: Originale mit Fernwirkung

    Priskos, Hydatios, Polemius Silvius: Fast unbekannte Historiker aus der Zeit der Spätantike zwischen dem 3. und dem 6. Jahrhundert nach Christus, deren Werke viel zum Verständnis des heutigen Europas beitragen. Der Alt-Historiker Professor Dr. Bruno Bleckmann und der Klassische Philologe Professor Dr. Markus Stein arbeiten mit ihrem Team daran, das zu edieren, übersetzen und kommentieren, was etwa 90 so genannte kleine und fragmentarische Historiker dieser fernen Epoche der Nachwelt hinterlassen haben.

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  • Limes und Legion

    Über fünf Jahrhunderte hinweg prägten römische Legionen das Leben am westlichen Ufer des Niederrheins. Ihr historisches Erbe ist kaum zu überblicken. Das Projekt „Limes und Legion“ stellt sich der Herausforderung, archäologische Funde aus über 200 Jahren digital zu erschließen und zu analysieren.

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  • Luhmann in der nächsten Dimension

    Das Theoriegebäude Niklas Luhmanns ist ebenso legendär wie der Zettelkasten, in dem er seine Gedanken notierte. Seit 2015 erschließen die Bielefelder Soziologen um Professor André Kieserling und Johannes Schmidt den Nachlass des bedeutenden soziologischen Systemtheoretikers.

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  • Maya-Forschung: Eine Zivilisation voller intellektueller Schätze

    Von der einst blühenden Schriftkultur der alten Maya sind nur Fragmente geblieben. Der Alt-Amerikanist Professor Dr. Nikolai Grube und seine Mitstreiter entwickeln mit mayawoerterbuch.de eine umfassende Textdatenbank und ein Wörterbuch der Klassischen Maya.

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  • Novum Testamentum Graecum: Update auf das Neue Testament

    Wer heute eine Bibel aufschlägt, hält nur eine von vielen historischen Versionen der „Heiligen Schrift“ in den Händen. Wissenschaftlich gesehen sind die gebräuchlichen Übersetzungen lediglich Mehrheitstexte, die sich im Laufe der Überlieferung durchgesetzt haben. Was stand in der Urfassung des Neuen Testaments? Mit einer Spezialsoftware identifiziert ein Münsteraner Projekt die Handschriften mit dem ältesten Wortlaut.

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  • Reallexikon für Antike und Christentum

    Die Heiligen Drei Könige – eine heidnische Erfindung? Ein Lexikon folgt den Spuren römisch-griechischer, jüdischer und christlicher Tradition in der Spätantike.

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  • Steinerne Zeugen digital

    Über 2.000 jüdische Friedhöfe sind in Deutschland erhalten. Was verraten sie über das jüdische Leben in der Diaspora? Ein Kooperationsprojekt des Steinheim-Instituts an der Universität Duisburg-Essen sowie der Universität Bamberg dokumentiert wichtige Zeugnisse ab der Frühen Neuzeit – auch um dem Verfall zuvorzukommen.

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Projekte der letzten Jahre

  • Ägyptischer Alltag vernetzt im Web

    Fragile Dokumente, fürs kollektive Gedächtnis entschlüsselt: Die Kölner Altertumsforscher um Professor Dr. Jürgen Hammerstaedt haben mit den „Kölner Papyri“ eine der bedeutendsten Papyrussammlungen Deutschlands digital ediert.

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  • Kulte im Kult: Apollons Nachbarn

    Eigentlich suchte das Team um die Archäologin Helga Bumke einen Artemis-Tempel. Doch dann machten sie im türkischen Didyma einen anderen Jahrhundertfund: Im Schatten des Apollon-Tempels schlummerten jahrhundertelang weitere heilige Bauten.

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