Über die Gesellschaft, in der wir leben, kommunizieren wir nach wie vor so, als bestünde sie vor allem aus Wirtschaft und Politik. Wie der Soziologe Niklas Luhmann gezeigt hat, gibt es aber daneben auch noch eine Reihe von anderen gesellschaftlichen Teilsystemen, die nicht weniger unerlässlich und „systemrelevant“ sind als Marktwirtschaft und Wahldemokratie. Dass der Gesellschaftstheoretiker dabei an das System der wissenschaftlichen Forschung, an die Kommunikationen in Kirchen und Religionen, an die politisch neutrale Justiz dachte, hat man schon immer gewusst. Nun zeigt ein unlängst publiziertes Buch aus seinem Nachlass, dass er auch das Erziehungssystem in diese Reihe stellt. Über die Argumente, die er für die gesellschaftliche Funktion der Schulen und Hochschulen anführt, soll diskutiert werden. Eingeladen werden einerseits akademische Schüler des Bielefelder Systemtheoretikers, die mit seinem soziologischen Werk besonders vertraut sind, und andererseits Pädagogen, mit denen er seit den siebziger Jahren das Gespräch über die Realitäten, statt nur über die Ideale, der Erziehung gesucht hatte.
Die Veranstaltung findet im Rahmen des Projekts „Niklas Luhmann – Theorie als Passion. Wissenschaftliche Erschließung und Edition des Nachlasses“ statt, das im Akademienprogramm der AWK NRW gefördert wird.
Podiumsgäste
Jochen Kade, Professor em. für Erziehungswissenschaften, Goethe-Universität Frankfurt
Jürgen Kaube, Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
André Kieserling, Professor für Allgemeine Soziologie und soziologische Theorie, Universität Bielefeld
Rudolf Stichweh, Seniorprofessor für Soziologie am Forum Internationale Wissenschaft, Universität Bonn
Elmar Tenorth, Professor i.R. für Historische Erziehungswissenschaft, Humboldt-Universität zu Berlin
Bitte teilen Sie uns unter anmeldung(at)awk.nrw.de bis zum 20. August 2026 mit, ob Sie teilnehmen werden. Veranstaltungseinlass ist ab 17.30 Uhr.