Forschende in der R3-Phase

Die Projektgruppe befasste sich mit dem Status von Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern in Deutschland in der Phase unmittelbar vor der Berufung auf eine Lebenszeitprofessur. Ausgangspunkt war die Beobachtung, dass diese Karrierephase weiterhin durch eine große Heterogenität geprägt ist und die institutionelle Stellung häufig nicht den tatsächlich übernommenen Aufgaben und Verantwortlichkeiten entspricht.

Während Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler im Ausland vielfach über klar definierte Positionen, etwa als „Assistant Professor“, mit transparenten Rechten und Pflichten verfügen, fehlen in Deutschland häufig vergleichbare einheitliche Standards. Auch Empfehlungen von Förderorganisationen, etwa für Emmy-Noether- und Sofja-Kovalevskaja-Nachwuchsgruppen, werden an Hochschulen und Fakultäten nicht immer vollständig umgesetzt. Die für eine eigenständige wissenschaftliche Tätigkeit notwendigen Rechte und Rahmenbedingungen müssen daher teilweise individuell ausgehandelt oder eingefordert werden.

Als Mitglieder des Jungen Kollegs der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste bündelte die Projektgruppe Erfahrungen von Kollegiatinnen und Kollegiaten verschiedener Fachbereiche, diskutierte bestehende Herausforderungen und setzte sich mit Best-Practice-Beispielen auseinander.

Ergebnis der Projektgruppenarbeit war die Veröffentlichung eines Positionspapiers, das die identifizierten strukturellen Probleme zusammenfasst und konkrete Lösungsansätze formuliert. Damit leistet es einen Beitrag zur Diskussion über eine angemessene institutionelle Stellung von Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern auf dem Weg zur Lebenszeitprofessur.

Laufzeit:
2022-2024

Aktivitäten und Ergebnisse:
Veröffentlichung Positionspapier

Beteiligte:
Prof. Dr. Kristin Boosfeld
Rechtswissenschaft
Universität Freiburg

Prof. Dr. Malte Gersch
Zellbiologie
Universität Duisburg-Essen

Dr. Bernd M. Schmidt
Organische Molekülchemie
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Prof. Dr. Benjamin Stickler
Komplexe Quantensysteme
Universität Ulm